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                                                   Zecken

Zecken sind Spinnentiere. Ihr Lebensraum liegt in Laubstreu, Unterholz, in der Krautschicht von Waldrändern, Wiesenrainen und im Gras.

Zecken sind Ektoparasiten: Sie benötigen für ihre Entwicklung Blut, welches sie (vor allem) aus Warmblütern, so auch aus dem Menschen und seinen Haustieren, saugen. Bei diesen Blutmahlzeiten kann es zum Austausch von Krankheitserregern kommen.


Bei Temperaturen über ca. 8°C werden Zecken aktiv: In Deutschland kommt es daher zu Erkrankungen durch von Zecken übertragene Erreger vor allem in der Frühsommerzeit - es kann jedoch auch zu Erkrankungen in anderen warmen Jahreszeiten (bei Temperaturen über etwa 8°C) kommen.

Für den Menschen spielen vor allem zwei zeckenübertragene Krankheitserreger eine Rolle: Borrelien und FSME-Viren.

                                                 Borreliose

Die Übertragung von Borrelien (vor allem Borrelia burgdorferi) führt beim Menschen zum Krankheitsbild der Borreliose. Diese äußert sich (nach einer Inkubationszeit von 3 Tagen bis zu 3 Monaten) zunächst meist in einer typischen Hautreaktion (Wanderröte) in Nähe der Einstichstelle der Zecke, oft kommen grippeähnliche Symptome (Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit) hinzu. In einigen Fällen kann man Gelenkschmerzen, Nervenlähmungen, Hirnhautentzündungen und Herzentzündungen beobachten.

In einem späteren, chronischen Stadium kann es zu Gelenkentzündungen (Arthritis) und zur so genannten „Pergamentpapierhaut" kommen.

Behandelt wird die Borreliose ärztlicherseits mittels Antibiotika. Eine Prophylaxe der Borreliose durch eine Impfung ist NICHT möglich!

                                                   FSME

Die Übertragung von FSME-Viren führt beim Menschen zum Krankheitsbild der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Diese äußert sich (nach einer Inkubationszeit von durchschnittlich einer Woche) mit den Symptomen einer „Sommergrippe". In einer zweiten Phase der Erkrankung kommt es zu Hirnhaut- und Nervenentzündungen (Meningitis, Meningoenzephalitis, Myelitis und Radikulitis). Je nach Verlaufsform sind Dauerschäden des Betroffenen möglich (ca. 3% Rollstuhlpflichtigkeit!).

Eine ursächliche, antivirale Therapie der FSME ist derzeit nicht möglich.

Es existiert die Möglichkeit der FSME-Prophylaxe mittels Impfung.Für eine komplette FSME-Impfung werden drei Injektionen benötigt, wobei die ersten beiden Impfungen regulär im Abstand von ein bis drei Monaten durchgeführt werden können. Eine dritte Impfung nach neun bis zwölf Monaten schließt die so genannte Grundimmunisierung ab und verleiht einen Schutz für mindestens drei Jahre. Für einen kontinuierlichen und sicheren Schutz sollte dann eine Auffrischimpfung alle drei Jahre erfolgen – da genügt eine Impfung,

Am besten lässt man sich bereits im Winter impfen, da zu dieser Zeit die Zeckengefahr am geringsten ist und man im darauf folgenden Frühjahr bereits einen guten Schutz besitzt.

Es besteht die Möglichkeit, einen schnellen Impfschutz zu erhalten, z.B. wenn man im Sommer in einem FSME-Risikogebiet Urlaub machen möchte oder im Winter die Impfungen verpasst hat. Dafür gibt es ein schnelles Impfschema, das aus zwei Impfungen im Abstand von 14 Tagen besteht.


                              Vorbeugung: Expositionsprophylaxe

Vorbeugen kann man der Borreliose und der FSME-Erkrankung durch eine konsequente Expositionsprophylaxe, d.h. durch Vermeidung von Zeckenstichen. Geeignete Maßnahmen dazu sind:

Meidung von Zeckenlebensräumen (Gras, Laubstreu, Unterholz, Wald- und Wiesenraine)!

Tragen von geschlossener (Socken über offene Hosenbeine ziehen), heller Kleidung (besseres Erkennen der Zecken)!

Auftragen oder Aufsprühen von zeckenabweisenden Mitteln (Repellentien) auf die Haut (über den Sonnenschutz auftragen); Repellentien sind sowohl für den Menschen als auch für Haustiere (Hunde und Katzen) in der Apotheke verfügbar.

Nach Aufenthalt in potentiellen Zeckengebieten die Haut des gesamten Körpers nach Zecken absuchen (vor allem, Kopf, Hals, Arme, Beine, Kniekehlen, Schritt)!

Vorhandene Zecken entweder selbst entfernen oder vom Arzt entfernen lassen! Dazu mit Pinzette, Zeckenzange, Zeckenkarte oder Zeckenschlinge dicht über der Haut ansetzen und die Zecke vorsichtig aus der Haut heraus hebeln. Die Einstichstelle ist vorsorglich zu desinfizieren!

                      Weitere zeckenübertragene Erkrankungen

Neben Borrelien und FSME-Viren werden durch Zecken auch noch eine Reihe von anderen Krankheitserregern übertragen:

Babesien werden seltener auf Menschen, sondern öfter auf Hunde übertragen. Die dem Malaria-Erreger verwandten Parasiten zerstören die roten Blutkörperchen, was zum Tode des Tieres führen kann („Hundemalaria"). Seltener kommen in Mitteleuropa Ehrlichien und Rickettsien (Fleckfieber) vor. Weltweit werden noch zahlreiche andere Krankheiten von Zecken übertragen.

Borreliose-/FSME-Risiko in Hohenstein-Ernstthal und Umgebung (Stand: Dezember 2006)

Borrelien werden in Deutschland flächendeckend von Zecken übertragen. Dies ist auch in Sachsen der Fall. Aus diesem Grunde besteht auch in unserem Gebiet das Risiko, nach Zeckenstich an Borreliose zu erkranken.

FSME-Erkrankungen sind als Einzelfälle aus dem Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla-Kreis, dem Gebiet um Gera, dem Gebiet um Chemnitz, dem Mittleren Erzgebirgskreis und dem Kreis Freiberg bekannt. Auch wenn im Kreis Chemnitzer Land bisher keine FSME-Fälle beschrieben sind, ist davon auszugehen, dass auch die hiesigen Zecken den FSME-Virus in sich tragen. Über den Prozentsatz eventuell befallener Zecken können derzeit keine genauen Angaben gemacht werden. Vorsicht ist auf alle Fälle geboten! 

 
Haben Sie weitere Fragen zum Schutz vor Borreliose oder FSME von Mensch und Tier? Sprechen Sie uns an - wir beraten Sie gern!


                                Ihr  Dr. Florian Helbig

                                                & das Team der Engel-Apotheke Hohenstein-Ernstthal
                                                                                                                (01. Mai 2007)
 

Links zum Thema:

Alles über Zecken und zeckenübertragene Erkrankungen, FSME-Riskogebiete, etc.:
www.zecken.de

Die Seite für Kinder und Jugendliche zum Thema Zecken für Schule, Freizeit, Spiel und Information
www.zeckenschule.de

Zeckenübertragene und andere Erkrankungen und Risiken auf Reisen
www.tropenmedicus.de

 
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